Lobt Gott, den Mächtigen in Himmel!@Psalm 150,1

Michael Weisse, 1531.

Allmächtiger Gott, Johann Crüger, 1640 (🔊 pdf nwc).

Porträt
Johann Crüger
1598–1662

Lob sei dem allmächtigen Gott,
Der unser sich erbarmet hat,
Gesandt sein’n allerliebsten Sohn
Aus ihm gebor’n im höchsten Thron.

Auf daß er unser Heiland würd,
Uns freiet von der Sündenbürd,
Und durch sein Gnade und Wahrheit,
Führet zur ewigen Klarheit.

O große Gnad und Gütigkeit!
O tiefe Lieb und Mildigkeit!
Gott thut ein Werk, das ihm kein Mann,
Auch kein Engel verdanken kann.

Gott nimmt an sich unsre Natur,
Der Schöpfer aller Kreatur;
Er veracht’t nicht ein armes Weib,
Mensch zu werden in ihrem Leib.

Des Vaters Wort von Ewigkeit
Wird Fleisch in aller Reinigkeit;
Das A und O, Anfang und End,
Giebt sich für uns in groß Elend.

Was ist der Mensch, was ist sein Thun,
Daß Gott für ihn giebt seinen Sohn!
Was darf unser das höchste Gut,
Daß er solch’s unserthalben thut?

O weh dem Volk! das dich veracht’t,
Der Gnad sich nicht theilhastig macht,
Nicht hören will des Sohnes Stimm!
Denn auf ihm bleibet Gottes Grimm.

O Mensch! wie? daß du nicht verstehst
Und dem König entgegen gehst,
Der dir so ganz demüthig kommt
Und sich dein so treulich annimmt.

Ei, nimm ihn heut mit Freuden an,
Bereit ihm deines Herzens Bahn,
Auf daß er komm in dein Gemüth,
Und du genießest seiner Güt.

Unterwirf ihm deine Vernunft
In dieser gnadenreichen Zukunft,
Untergieb seiner Heiligkeit
Die Werk deiner Gerechtigkeit.

Wo du dies thust, so ist er dein,
Bewahrt dich für der Höllenpein;
Wo nicht, so sieh dich ehen für,
Denn er schleußt dir des Himmels Thür.

Sein erste Zukunft in die Welt
Ist in sanftmüthiger Gestalt,
Die ander wird erschrecklich sein,
Den Gottlosen zu großer Pein.

Die aber jetzt in Christo stehn,
Werden alsdenn zur Freud eingehn,
Und besitzen der Engel Chor,
Daß sie kein Uebel mehr berühr.

Dem Vater in dem höchsten Thron,
Sammt seinem eingebornen Sohn,
Dem heilgen Geist gleicher Weis,
In Ewigkeit sei Dank und Preis.