Kehrt der Leib zur Erde zurück, aus der er genommen wurde; und der Lebensgeist geht wieder zu Gott, der ihn gegeben hat.@Prediger 12:7

Mi­chael Weisse, 1531.

Rhau, Ge­org Rhau (Wit­ten­berg: 1544) (🔊 pdf nwc).

Porträt
Georg Rhau
(1488–1548)

Nun laßt uns den Leib begraben;
Daran wir kein Zweifel haben,
Er wird am jüngsten Tag aufstehn
Und unverweslich hervorgehn.

Erd ist er und von der Erden,
Wird auch zur Erd wieder werden
Und von der Erd wieder aufstehn,
Wenn Gottes Posaun wird angehn.

Sein seele lebt ewig in Gott
Der sie allhier aus lauter Gnad,
Von aller Sünd und Missethat,
Durch seinen Sohn erlöset hat.

Sein Jammer, Trübsal und Elend
Ist kommen zu ein’m selgen End,
Er hat getragen Christi Joch,
Ist gestorben und lebet noch.

Die Seele lebt ohn alle Klag,
Der Leib schläft bis am jüngsten Tag,
An welchem Gott ihn verklären
Und ewger Freud wird gewähren.

Hier ist er in Angst gewesen,
Dort aber wird er genesen,
In ewiger Freud und Wonne
Leuchten, als die helle Sonne.

Nun lassen wir ihn hie schlafen
Und gehn all heim unsre Straßen,
Schicken uns auch mit allem Fleiß;
Denn der Tod kommt uns gleicher Weis.

Das helf uns Christus, unser Trost,
Der uns durch sein Blut hat erlößt
Von’s Teufels G’walt und ewger Pein,
Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein.